Eine Sachgerechte verwendung des Hilfsmittels Blindenführhund setzt voraus, daß der ausgebildete Blindenführhund zum künftigen Halter paßt und daß der Halter bereit und in der Lage ist, den Blindenführhund als zuverlässigen Partner und – im übertragenen Sinne – als Ersatz für das nicht mehr vorhandene Augenlicht zu akzeptieren. Darüber hinaus muß der künftige Führhundhalter die Eignung zum Umgang mit Hunden besitzen und die ihm mit der übereignung eines Blindenführhundes übertragene Verantwortung anzunehmen bereit und in der Lage sein.

Für eine Hundehaltung nicht geeignete Menschen und Versicherte, die nicht in der Lage sind, den Blindenführhund außerhalb seiner Führdiensttätigkeit den zur artgerechten Lebensführung erforderlichen Freiraum (z.b. auslauf ohne Führgeschirr und Leine) zu ermöglichen, können nicht mit dem Hilfsmittel Blindenführhund zu Lasten der Krankenkassen versorgt werden.

Im Anschluß an die erfolgreiche Ausbildung des Hundes zum Blindenführhund müssen von der Blindenführhundschule im Rahmen eines Einarbeitungslehrgangs Hund und künftige Halter aufeinander abgestimmt werden. Der Versicherte muß im Rahmen eines solchen Lehrgangs ein „blindes“ jedoch kritischverantwortliches Vertrauen zu dem Blindenführhund entwickeln; der Blindenführhund und der künftige Halter als bezugsperson und „Rudelführer“ innerhalb kurzer Zeit akzeptieren. Darüber hinaus Muß der künftige Halter die Hörzeichen für den Hund und den Umgang mit ihm nicht nur im allgemeinen Verkehr, sondern auch in seiner Wohnung und in anderen Gebäuden (z.B. Kaufhäuser, öffentliche Institutionen) erlernen.

Die notwendige Dauer des Einarbeitungslehrgangs hängt nicht zuletzt von der Phase der Eingewöhnung zwischen Hund und Halter und der Auffassungsgabe des künftigen Halters ab; er dauert im Regelfall nicht unter 14 Tage und nicht über 28 Tage. Bestandteil des Einarbeitungslehrgangs müssen auch Informationen über die Artgerechte Tierhaltung und Ernährung des Blindenführhundes sowie gegebenenfalls eine Einweisung am Wohnort des Versicherten sein.

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