„Kommen Sie, heute üben wir den Freilauf! Wir nehmen ihren sehenden Partner mit, damit der auch Bescheid weiß, auf was er achten sollte.“ so eine Trainerin in der Einarbeit mit einem neuen Gespann.

Also liefen wir los. In den nahegelegenen Park sollte es gehen. Die Trainerin hatte meinen Führhund an der Leine, als wir dahin gingen. Frage: Warum hatte die Trainerin ihren Hund? Ja, weiß ich eigentlich auch nicht mehr so genau, aber sie wollte ihn nehmen.

Bitte, lassen Sie das nicht mehr zu, wenn ihnen der Hund am Anfang der Einarbeit übergeben wurde! Sie sind dann der neue Halter und sollten diesen Hund „immer“ nur noch versorgen, führen, füttern und gerade den Freilauf mit ihm machen – ihn von der Leine lassen – das ist wichtig für die Bindung, für das Zusammen-wachsen.

Wir umrundeten den Park, der Hund lief an der Leine die ganze Zeit und dann bogen wir wieder ab in Richtung nach Hause. Vor der Tür angekommen, fragte mein sehender Partner: „Warum sollte ich nun eigentlich mit?“ Die Trainerin verwundert: „Na, damit sie sehen, wie er denn so läuft!“

Aha! Der Hund sollte also beim losen Lauf an der Leine bewundert werden? Nun ja, dass war gewiß höchst interessant, für jeden von den dreien!

Der Halter hat noch eine weitere Grünanlage zur Verfügung und die ist sogar näher zu erreichen. Dort, jedoch sollte ich nicht hin, weil da zu viele Giftköder ausgelegt sind, dass ist für meinen Hund zu gefährlich!

Wenn Sie mit einem Führhund unterwegs sind werden sie einige andere Hundehalter kennenlernen und ins Gespräch kommen. Nutzen Sie die Gelegenheit immer und fragen Sie, ob z. B. in letzter Zeit irgendwelche Vergiftungen oder Durchfälle in der Umgebung grassieren. Hundehalter untereinander sprechen und tauschen sich aus und sie erfahren viel.

Bei dem hier geschilderten Fall wurde die nahegelegene Parkanlage dem neuen Hundehalter vermiest, weil sich dort viele Tauben und Enten aufhalten und die Wahrscheinlichkeit ist eher höher, dass der ausgebildete Führhund über einen Jagdtrieb verfügt, als dass er vergiftet wird!

Das Thema Freilauf ist ein sehr wichtiges! Der Freilauf ist wichtig für den arbeitenden Hund und sollte ihm täglich ermöglicht werden. Es gibt viele Trainer, die ein wunderschönes Gelände (umzäunt) zur Verfügung haben und immer gleich ganz eifrig „jaaaa“ schreien, wenn man nach dem Freilauf fragt. Jedoch ist das „kein“ Freilauf! Es gibt viele Halter, die keinen Garten zur Verfügung haben oder gar ein sehr großes Grundstück. Also sind wir auf Grünanlagen, Parks, Waldflächen und Felder angewiesen und die haben bekanntlich keinen Zaun!

Nutzen Sie die Gelegenheit in der Einarbeit, dass sie darauf bestehen so einen Freilauf zu üben und sich ein Bild von ihrem Hund zu machen. Tauben, Enten, Gänse, Rehe, Wildschweine, rennende Kinder, Jogger und Radfahrer gehören dazu! Der Hund sollte sich abrufen lassen und dies umgehend. Er kann sich vielleicht dafür interessieren, aber Sie nicht geifernd dorthin ziehen oder gar nicht mehr ansprechbar sein.

Categories:

Tags:

Comments are closed